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flucht1Bevor wir die medienpädagogischen Charakteristiken des letzten JFF-Projektes im Detail ausloten, machen wir es kurz: im Februar hatten wir neun Jungs aus Afghanistan zu einem Medienworkshop ins FAIR eingeladen. Die Teenager sind vor einigen Monaten aus ihrem Heimatland geflüchtet, wo es leider immer noch sehr gefährlich ist. Nun sind sie in einem Hostel im Fhain untergebracht und hoffen auf ein besseres und vor allem sicheres Leben. Also beschlossen wir, sie für ein viertägiges Workshop nach Marzahn einzuladen. Der Rahmen war vom Anfang an klar – zwei Gruppen von Jugendlichen (Afghanistan und Marzahn) mussten irgendwas mit Medien machen und sich durch die kreative Zusammenarbeit besser kennenlernen. Und das war eine spannende Erfahrung!

Da wir nicht die gleiche Sprache sprechen (in Afghanistan sprechen die Leute Dari und Pashto) hatten wir am Anfang große Schwierigkeiten, uns zu verständigen. Aber gerade das machte die Zusammenarbeit auch so lustig. Als es uns klar wurde, dass wir mit Sprache nicht mehr weiterkommen, mussten wir auf Körpersprache setzen. Und das geht! Wir konnten uns tatsächlich austauschen, ohne die andere Sprache zu kennen. So gelang es uns zum Beispiel in gemischten Gruppen drei schwarzweiße Stummfilme (Stichwort: Charlie Chaplin) zu realisieren. Drehbuch, Dreharbeit, Schnitt und Vorführung – und das Ganze an einem einzigen Tag! Sybille gab uns eine knackige Einführung in die Pantomime, Iwan begleitete die fertigen Werke mit dem Klavier – genau wie vor 100 Jahren.

 

An einem anderen Tag besuchten wir unsere neuen Freunde im Hostel, in dem sie zur Zeit wohnen. 

flucht2Es war schon merkwürdig zu sehen, dass sie umgeben von Touristen, ihr neues Leben in Deutschland anfangen. In so einer Umgebung ist es bestimmt nicht leicht, Wurzeln zu fassen. Dank unserer Übersetzerinnen Hila und Nasrin, die ja beide Sprachen sprechen, konnten wir auch längere Interviews mit den afghanischen Jungs führen. Und sie hatten viele spannende Geschichten zu erzählen.

Besonders bewegend war der Moment, in dem Tom (unser Reporter) Jamal vor der Kamera fragte: "Was schätzt Du am meisten in Deutschland?". Jamal senkte den Kopf runter und dachte einige Sekunden nach: "Dass es hier friedlich ist und dass ich ohne Angst zur Schule gehen kann". Den Rest der Zeit verbrachten wir spielend vor und hinter der Kamera. Wir drehten kleine Vorstellungen, spielten "Aushalten: Nicht Lachen!" von Joko und Klaas nach und lachten uns hierbei kaputt. Humor kennt halt keine Grenzen. Wir sangen und tanzten vor der Kamera, lernten aber auch wie mit dieser handwerklich und kreativ umzugehen ist: Wie gestalte ich ein schönes Bild? Wie erzähle ich eine Geschichte in Bildern? Wie stelle ich gute Fragen? Wir kochten sogar Boloni - eine Teigtaschen-spezialität aus Afghanistan. Merrit, Flo, CJ, Isa und Mahdi haben sogar ein Video-Rezept erstellt für alldiejenigen, die das Gericht nachkochen wollen.

 Insgesamt verbrachten wir also vier Tage wie ein große Familie. 

kreativ integrativ2016Die kulturellen Unterschiede waren hierbei kein Hindernis, sondern machten die ganze Erfahrung umso interessanter. Zum Schluss luden wir unsere afghanischen Freunde ein, öfters nach Marzahn zu kommen – sie haben sich mehrmals bedankt und versprochen öfters vorbei-schauen.

 

 

 

 

Inzwischen gab es schon ein Nachtreffen - die öffentliche Aufführung der entstandenen Videos, Kochshow usw. (siehe Flyer links)- natürlich bei uns - im FAIR.

 

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* Da das Leben der geflüchteten Jugendlichen tatsächlich in Gefahr gebracht werden kann haben wir ihre Gesichter unerkenntlich gemacht.

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